Berufsaussichten

Wieso sollte ich Rechtswissenschaften als Studienschwerpunkt wählen?

Nach der gleichrangigen Grundausbildung und Orientierung im interdisziplinären Studiengang Sozialökonomie haben Sie nach dem ersten Studienjahr die Möglichkeit, eine der vier Fachdisziplinen als Studienschwerpunkt zu wählen. Zur Wahl stehen BWL, VWL, Soziologie sowie Wirtschafts- und Arbeitsrecht. Die meisten Studenten wählen den Schwerpunkt BWL – wie mehr als 200.000 andere Studenten im Hauptfach. Aus welchen Gründen also empfiehlt es sich Rechtswissenschaften, insbesondere Wirtschaftsrecht mit Veranstaltungen in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Verbraucherschutz zu wählen?

1. Qualifizierter Abschluss

Mit der Wahl des Schwerpunktes Wirtschafts- und Arbeitsrecht können Sie einen qualifizierten Abschluss erwerben, mit dem Sie in ganz unterschiedlichen beruflichen Tätigkeitsfeldern arbeiten können:

a. Eine mögliche Perspektive für Absolventen/Absolventinnen dieser Studienrichtung liegt im Finanzsektor, also bei Banken, vor allem aber auch bei anderen Finanzdienstleistern, die keine eigene Rechtsabteilung besitzen.

b. Sie können aber auch als Rechtsberater/Rechtsberaterin in klein- und mittelständischen Unternehmen oder größeren Wirtschaftsunternehmen tätig werden. Des Weiteren sind Tätigkeiten bei Steuer- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder Unternehmensberatungen möglich. Natürlich ist auch eine Recherchetätigkeit in Anwaltsbüros oder sogar die berufliche Selbstständigkeit mit einem Beratungsunternehmen denkbar.

c. Neben einer Rechtsberatertätigkeit in (KMUs) oder großen Wirtschaftsunternehmen ist auch die Verbraucher- sowie Schuldnerberatung in den entsprechenden Verbraucherzentralen eine gängige Perspektive.

d. Forschungsinstitute wie u.a. das iff Hamburg sind seit Jahren Arbeitgeber von Bachelorabsolventen/Bachelorabsolventinnen mit dem Schwerpunkt Finanzdienstleistungen und Verbraucherschutz.

 

2. Wahlmöglichkeit hinsichtlich eines Masterstudiums

Mit der Wahl einer Vertiefung im Bereich der Rechtswissenschaften stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen. Nach erfolgreichem Abschluss Ihres Studiums können Sie entscheiden, ob Sie Ihr Studium in einem Masterprogramm mit rechtlichem Schwerpunkt oder mit einer betriebswirtschaftlichen Ausrichtung fortsetzen wollen. Wählen Sie hingegen beispielsweise BWL als Schwerpunkt, besteht diese Option nicht und juristische Fakultäten bleiben Ihnen verschlossen.

Mit dem Schwerpunktwahl Rechtswissenschaften ist es möglich, an einigen Universitäten (und Fach-Hochschulen) einen aufbauenden Masterstudiengang im Bereich der Rechtswissenschaften (Master of Law, LL.M.) zu absolvieren. Zum Beispiel:

Universität Hamburg

  • LL.M. Versicherungsrecht: http://www.jura.uni-hamburg.de/llm-versicherungsrecht/
  • European Master in Law and Economics UHH Erasmus Mundus-Programm (mit Auslandssemestern an mindestens zwei verschiedenen Partneruniversitäten): http://www.jura.uni-hamburg.de/postgraduierte/graduiertenprogramme/european-master-in-law-and-economics/
  • Internationales Wirtschaftsrecht LL.M. (Studiengang in Kooperation mit der Universität St. Petersburg, Kursangebote erfolgen in deutscher Sprache, richtet sich vor allem an jüngere juristisch vorgebildete Russinnen und Russen): http://www.jura.uni-hamburg.de/st-petersburg

Weitere

  • Europäisches Wirtschaftsrecht LL.M., Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder): http://www.rewi.europa-uni.de/de/studium/master/euwirtrecht/index.html
  • Master of Law and Business, Bucerius / WHU: http://www.bucerius.whu.edu/
  • Unternehmenssteuerrecht LL.M., Universität Köln: http://www.unternehmensteuerrecht.uni-koeln.de/
  • Wirtschaftsrecht LL.M., Hochschule Wismar: http://www.wi.hs-wismar.de/de/master_wirtschaftsrecht
  • Rechtswissenschaft LL.M., Fernuniversität Hagen: http://www.fernuni-hagen.de/rewi/studium/master/index.shtml
  • Medienrecht und Medienwirtschaft LL.M., Fachhochschule Köln: http://www.medienrecht.fh-koeln.de/studium_masterstudiengang.htm

 

Aber auch für aufbauende Masterstudiengänge in anderen Fachbereichen schafft der Studiengang entsprechende Voraussetzungen. Zum Beispiel bietet die Technische Universität München das europäische Masterprogramm Consumer Affairs M.Sc.(Verbraucherschutz) an, das durch die sozialökonomische Orientierung eine ideale Weiterbildungsoption darstellt.

http://www.mca.wi.tum.de/de/consumer-affairs

Durch die erlangten Vorkenntnisse in BWL, VWL, Soziologie und Recht ist das Masterprogramm M.A. Europastudien / M.A. European Studies ebenfalls eine mögliche Wahl.

http://www.wiso.uni-hamburg.de/master/euromaster/startseite/

Wer eine mind. einjährige Berufserfahrung in einem kriminologisch einschlägigen Arbeitsfeld (Justiz, Sozialarbeit etc.) gesammelt hat, kann seine gesellschaftstheoretischen und juristischen Fähigkeiten im Masterstudiengang Kriminologie (M.A.) nutzen.

http://www.wiso.uni-hamburg.de/institute/institut-fuer-kriminologische-sozialforschung/lehre/weiterbildender-masterstudiengang-kriminologie/

Hinzu kommen, basierend auf den betriebswirtschaftlichen Kenntnissen in Bilanzierung, Finanzierung und Marketing kombiniert mit den juristischen Fähigkeiten im Wirtschaftsrecht, Studiengänge im Bereich Entrepreneurship.

3. Basis für berufliche Weiterbildung

Durch die Interdisziplinarität des Studienganges erlangen die Studierenden auch Kenntnisse aus den Fachbereichen Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre und Soziologie. Diese umfangreich gestaltete berufliche Qualifikation macht die Absolventen vielseitig einsetzbar. Mit einer Zusatzausbildung steht diesen auch der Weg zum Steuerberater und Wirtschaftsprüfer offen. Die Kombination aus ökonomischen und juristischen Fähigkeiten stellt eine attraktive Festanstellungsoption für die Arbeitgeber gegenüber kostenintensiven Volljuristen/Volljuristinnen dar.

4. Richtige Wahl des späteren Berufs durch Praktikum und Auslandssemester

Pflichtpraktika sieht der Studiengang Sozialökonomie innerhalb des rechtswissenschaftlichen Schwerpunktes nicht vor. Allerdings können ebenfalls freiwillige Praktika oder Werkstudententätigkeiten erste Einblicke in die Berufsfelder ermöglichen und die Orientierung somit erleichtern. Zudem bestehen vielfältige Möglichkeiten zur Integration eines Auslandssemesters.